نبذة مختصرة : Hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) stellt eine anhaltende Herausforderung für Tiergesundheit, Tierwohl und Geflügelproduktion dar. Mit der Verordnung (EU) 2023/361 eröffnen sich neue Möglichkeiten, Impfungen als Bestandteil integrierter Präventionsstrategien einzusetzen. Vor diesem Hintergrund analysiert die vorliegende qualitative soziologische Studie „Impfakzeptanz“ nicht als individuelle Einstellung, sondern als sozial und biografisch eingebetteten Entscheidungsprozess von Landwirt:innen. Auf Grundlage narrativer Interviews mit 15 Nutzgeflügelhalter:innen aus vier Bundesländern werden unterschiedliche Orientierungsmuster und Gruppentypologien herausgearbeitet. Im Zentrum der Analyse stehen biografisch geprägte Wissensbestände, Formen der Wissensaneignung sowie professionelle Selbstverständnisse in Bezug auf Tiergesundheit, Tierwohl und Tierschutz. Die Ergebnisse zeigen, dass Akzeptanz von Impfungen insbesondere dann entsteht, wenn diese als sinnvoll wahrgenommen und ohne nennenswerten Mehraufwand in bestehende Arbeitsabläufe integrierbar sind. Geflügelfachtierärzt:innen nehmen dabei eine Schlüsselrolle im Wissenstransfer zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und individueller betrieblicher Praxis ein. Entscheidungen zur Tierseuchenprävention erweisen sich somit als alltagspraktisch eingebettet, was die Notwendigkeit differenzierter, zielgruppenspezifischer Kommunikations- und Beratungsstrategien unterstreicht.
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